Unterkieferprotrusionsschiene / Schnarchschiene

Mit einer Therapie der Schlafapnoe lässt sich die Lebenserwartung deutlich verbessern.

  • Die Therapie mit Atemmaske (CPAP) bzw. Überdruckbehandlung ist einfach und greift gut, stellt aber oft ein erhebliches Problem bezüglich der Adhärenz (Akzeptanz und Einhaltung der Therapie / Zusammenarbeit von Patient und Arzt) für die Patienten dar. Diese fürchten Nachteile im Zusammenleben mit dem Lebenspartner und ängstigen sich vor einer Technikabhängigkeit. Zu einer Störung des Selbstbildes gesellen sich körperliche Nebenwirkungen wie Druckstellen, Bindehautentzündung und Dauerschnupfen.
  • Die Änderung von bestimmten Verhaltensweisen oder Gewohnheiten könne die Symptome verbessern helfen: dazu gehören eine andere Schlafposition durch Vermeidung der Rückenlage, Gewichtsreduktion ! (Diät, Sport), Vermeidung von Nikotin und Sedativa, der Verzicht auf Alkohol ab vier Stunden vor dem Schlafengehen und die Befolgung der allgemeinen Regeln der Schlafhygiene.
  • Daneben gibt es – für seltene Fälle – auch operative Therapiemöglichkeiten. Ob diese sinnvoll sind, hängt von der Schwere der Schlafapnoe und den individuellen anatomischen Gegebenheiten der oberen Atemwege des Patienten ab und obliegt dem Fachgebiet der HNO.

Unterkieferprotrusionsschiene statt Atemmaske – Bei Schlafapnoe und Schnarchen

Unterkieferprotrusionsschiene (UPS) (andere Bezeichnungen sind Apnoeschiene, Zahnschiene gegen Atemaussetzer, Schnarchschiene oder Antischnarchschiene) wird das Schienensystem benannt, weil der Unterkiefer in der nächtlichen Tragezeit von einem speziellen Mechanismus in die Protrusion, d.h. nach vorn, in Vorschub, gebracht wird.

Die zweiteilige, nach individuellen Gebissabdrücken und einer speziellen Bissnahme hergestellte Unterkieferprotrusionsschiene zieht Unterkiefer, Zunge und Gaumensegel während des Schlafes nach vorn. So bleibt der Atemweg im Rachen in jeder Phase des Schlafes geöffnet, die Rachenmuskeln werden stabilisiert, Schnarchen verschwindet und die Lunge wird wieder mit genügend Luft versorgt, um das Blut ausreichend mit Sauerstoff zu sättigen. Krankmachende Micro-Weckreaktionen bleiben aus. Sie und Ihr Partner/in können wieder gut schlafen.

Eine Unterkieferprotrusionsschiene ist zur Therapie verschiedenster schlafbezogener Atmungsstörungen geeignet, unter anderem:

  • bei gewöhnlichem, nicht krankhaften Schnarchen
  • beim Upper Airway Resistance Syndrom (UARS)
  • als Therapie der Wahl beim leichten bis mittelschweren obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSAS)
  • als Therapie der zweiten Wahl bei Unverträglichkeit der Atemmaske, auch in schweren Fällen
  • in Kombination mit der Atemmaske, um einen unangenehm hohen Beatmungsdruck zu reduzieren
  • als zusätzliches Therapiegerät für Urlaubsreisen, um die Mitnahme der Atemmaske zu vermeiden

Kosten

Die Unterkieferprotrusionsschiene ist derzeit nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten, weshalb sie nach geltendem Recht nur im Rahmen einer Einzelfallentscheidung genehmigt wird. Sie erhalten deshalb von uns einen Heil- und Kostenplan. Bei einer entsprechenden Therapieempfehlung durch einen Schlafmediziner ist die Möglichkeit einer Kostenübernahme gegeben, ebenso bei Unverträglichkeit der Atemmaske, wenn die Behandlung von einem ensprechend zertifizierten Zahnarzt mit Expertise durchgeführt wird. Vor der Erstellung des Heil- und Kostenplans erhalten Sie eine ausführliche Beratung und Aufklärung, eine zahnärztlich-schlafmedizinische Diagnostik inklusive funktioneller Untersuchung des Gelenk- und Muskelsystems und eine Bewertung der anatomischen Gegebenheiten, um die Durchführbarkeit der UPS zu prüfen.

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Dr. Gudrun Stähler ist für die Behandlung der Obstruktiven Schlafapnoe von der DGZS zertifiziert und besitzt die entsprechende zahnmedizinische und schlafmedizinische Expertise in der Anpassung von Unterkieferprotrusionsschienen.

Die Behandlung des „harmlosen“ Schnarchens ohne Verengung/Verschluss der Atemwege ist immer möglich, wird aber grundsätzlich nicht von der Krankenkasse bezuschusst.

Beispiele für Schienensysteme: